Bericht Gemeinderatsitzung vom 15. April 2026
Der Gemeinderat hat die Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht nach § 25 BauGB „Zufahrt zum Neubaugebiet Gernäcker Nord III“ beschlossen. Für die geplante Erschließungsstraße samt Gehweg zwischen Ulmer Straße und dem Neubaugebiet (NBG) „Gernäcker Nord III“ werden von verschiedenen Grundstücken Teilflächen benötigt. § 25 Absatz 1 Nr. 2 Baugesetzbuch (BauGB) gibt der Gemeinde die Möglichkeit durch Satzungsbeschluss für diesen Bereich ein besonderes Vorkaufsrecht zu generieren.
Nach dem Beschluss der Einführung einer neuen Friedhofskonzeption wurde mittlerweile ein Entwurf zur Neufassung der Friedhofssatzung erstellt. Dieser Entwurf wurde nun im Gremium vorberaten. Zu ändernde Sachverhalte werden eingearbeitet und sollen anschließend dem Kirchengemeinderat zur Stellungnahme vorgelegt werden.
Der Feuerwehrbedarfsplan sieht für die Freiwillige Feuerwehr Weidenstetten die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 (HLF 10) für das Jahr 2029 vor. Hierzu wurden fristgerecht Förderanträge beim Land Baden-Württemberg gestellt. Bei Anschaffungskosten von ca. 700.000 € wird mit einer Gesamtförderung von knapp 200.000 € gerechnet. Dies bedeutet, dass die Gemeinde einen Restbetrag von etwa 500.000 € zu stemmen hat. Nach der Abwägung mehrerer Optionen wurde nun beschlossen zweigleisig weiter zu verfahren. Einerseits wird durch Gremiumsbeschluss der externe Brandschutzberater Jürgen Helm aus Filderstadt beauftragt u.a eine Bedarfsanalyse, Leistungsbeschreibung und Vergabeunterlagen für die europaweite Ausschreibung zu erstellen. Weiter wird er die eingehenden Angebote auswerten und einen Vergabevorschlag erstellen. Abschließend wird er die Gemeinde von der Fahrzeugendabnahme bis zur Rechnungsprüfung begleiten. Parallel dazu soll die Option der Beschaffung eines Gebrauchtfahrzeugs weiterhin verfolgt werden.
Die Vergabe der Arbeiten zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie über Baumaßnahmen am Rathaus wurde aufgrund einer fehlenden Information vertagt.
Die vier benachbarten Kommunen Breitingen – Holzkirch – Neenstetten – Weidenstetten wollen künftig auf Verwaltungsebene gemeindeübergreifend zusammenarbeiten. Dies betrifft Situationen, in denen ein Bürgerbüro aufgrund von Fortbildung oder Krankheit nicht besetzt ist. In diesen Fällen besteht bislang keine Möglichkeit in dringenden Fällen Personalausweise, Reisepässe und Führerscheine zu beantragen. Um dieses Problem zu lösen, ist geplant, dass sich die einzelnen Verwaltungen der genannten beteiligten Gemeinden hier vertretungsweise aushelfen können. Dazu ist auf IT-Ebene eine Freischaltung erforderlich. Hierzu wurde ein entsprechender Beschluss gefasst. Die Bürgerinnen und Bürger können dann in den Rathäusern der genannten Umlandgemeinden Personalausweise, Reisepässe und Führerscheine beantragen.
Die Firma Gläser macht mit ihren Altkleidercontainern seit Monaten Verlustgeschäfte. Die Erträge aus den Altkleidersammlungen sind aus unterschiedlichen Gründen, wie dem Ukrainekrieg oder dem Import von Billigartikeln aus China, der Inflation, Kostensteigerungen u.a. völlig eingebrochen. Die Firma Gläser wird daher sukzessive diese Container aus der Fläche abziehen. In unserer Gemeinde sind hiervon die beiden Container am Bauhof betroffen. Der Landkreis hat zwischenzeitlich mehrere Altkleidercontainer im Entsorgungszentrum Langenau aufgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde können dort fachgerecht ihre Altkleider zu den Öffnungszeiten zur Entsorgung abgeben. Die Firma Gläser bietet den Gemeinden an, für einen Beitrag von 100 € je Container und Monat die Standorte aufrecht zu erhalten. Dies bedeutet für unsere Gemeinde bei zwei Containern jährliche Kosten in Höhe von 2.400 €. Da die Nachbargemeinden aus Breitingen und Neenstetten sich bereits gegen die Beibehaltung der Altkleidercontainer ausgesprochen haben, diese in der Gemeinde Lonsee bereits abgebaut sind, wäre aus Sicht der Verwaltung mit einem „Altkleider-Tourismus“ nach Weidenstetten zu rechnen, falls die Container-Standorte hier bestehen bleiben. Dies würde mutmaßlich das verheerende Bild um die Altkleidercontainer noch weiter verschlimmern. Der Gemeinderat beschloss, das Angebot der Firma Gläser nicht anzunehmen. Somit werden diese Container im Lauf der nächsten Zeit abgebaut werden.
In seiner Sitzung am 11.12.2024 fasste der Gemeinderat den Beschluss, den Sportverein Weidenstetten 1926 e.V. bezüglich dem Umbau der Kegelbahnen mit einem Zuschuss in Höhe von 20 %, maximal 15.000 € zu unterstützen.
Der SV Weidenstetten 1926 e.V. hat den Umbau seiner Kegelbahnen mittlerweile abgeschlossen. Bei geplanten Kosten von 75.000 € liegt der tatsächliche Betrag nun bei 74.649,03 €. Der Zuschuss der Gemeinde beträgt demnach 14.929,81 €. Dies bedeutet nahezu eine Punktlandung. Durch erhebliche Eigenleistungen konnte dieser Betrag erreicht werden. Dafür ist allen Verantwortlichen und Beteiligten ein großes Kompliment auszusprechen. Die Rechnungen wurden geprüft und die Zuschusshöhe von 14.929,81 € wurde festgestellt. Der im Jahr 2025 überwiesene vorläufige Zuschuss in Höhe von 15.000 € wurde somit um 70,19 € überzahlt. Durch Beschluss des Gemeinderates wird der überzahlte Zuschussbetrag dem Sportverein Weidenstetten 1926 e.V. als Jubiläumsgabe zu seinem 100-jährigen Bestehen erlassen.
Der Gemeinderat hat im Jahr 2022 eine Absichtserklärung abgegeben in Weidenstetten eine Nahwärmeversorgung zu etablieren. Mit dem geplanten Einbau einer Trocknungsanlage durch den Biolandhof Rieck-Hay in der neu errichteten Halle im Gewann „Diebsteig“ in Richtung Holzkirch, können nun konkrete Umsetzungsschritte erfolgen. Die Energieversorgung der Trocknungsanlage erfolgt mit Holzhackschnitzeln. Die hierdurch entstehende Wärmekapazität soll für ein örtliches Nahwärmenetz genutzt werden. Seitens der Gemeinde ist vorgesehen, das Rathaus, sowie weitere gemeindeeigene Gebäude in der Ortsmitte an diese Nahwärmeversorgung anzuschließen. Auch die Verbandsgrundschule soll in das Versorgungskonzept eingebunden werden. In der ersten Ausbaustufe ist geplant, die Trasse von der Halle über die Verbandsgrundschule, hin zur Dorfmitte, rund um das Rathaus und weiter bis zur Geislinger Straße zu führen. Hierbei erhalten die Anlieger an der geplanten Wärmeleitung die Möglichkeit, anzuschließen. Die Haushalte in diesem Gebiet erhalten hierzu vom Biolandhof Rieck-Hay ein Infoschreiben mit Erhebungsbogen, um das Interesse an einem möglichen Netzanschluss abzufragen. Ergänzend ist eine Infoveranstaltung zu diesem Thema vorgesehen.
Hansjörg Frank, Bürgermeister